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Gehen wir in die neue Runde: Wieviel Prozent beim Poker ist Glück und wieviel ist Können? Und warum??
Ich habe die Frage erstmal unter Glücksspiel eingeordnet ;)
Diese Frage kann man gut mit einem anderen Beispiel veranschaulichen, das weniger komplex ist und nicht ganz so unheimlich wirkt:
Angenommen, ich biete euch an, folgendes Spiel zu spielen-- spielt ihr dann mit mir?
Hier die beiden Regeln:
1. Du entscheidest vor jeder Spielrunde, ob das Spiel weiterlaufen soll oder beendet wird. Ich muss mitspielen, solange Du weiterspielen möchtest.
2. Eine Spielrunde läuft so ab, dass Du mit einem Würfel Deiner Wahl würfelst. Fällt eine 1 oder 2, bekomme ich von Dir einen Euro. Fällt eine 3, 4, 5 oder 6, bekommst Du von mir einen Euro.
Natürlich wird jeder dieses Spiel mit mir spielen wollen - weswegen ich es auch nicht wirklich vorschlagen würde ;)
Pokern ist nun wesentlich komplexer und hat mit Sicherheit einen deutlicher verruchteren Touch - ergo muss es ja ein Glücksspiel sein.
Fakt ist aber, dass ein Spieler durch seine Spielweise den Glücksfaktor in eine ähnliche Richtung lenken kann, wie es bei dem fiktiven Würfelspiel der Fall ist.
Natürlich ist nicht auzuschließen, dass bei 100 Würfen nur 1 und 2 fällt, aber würde ich das Spiel deswegen nicht spielen?
Langer Rede, kurzer Sinn: Pokern IST ein Glücksspiel, nämlich gerade wegen der Zufallskomponente. Die Verteilung sehe ich irgendwo zwischen 60-40 und 70-30 für Können gegen Glück.
Ein abschließendes (klassisches) Beispiel. Wenn ich bei Texas Hold'em auf dem Flop einen Flushdraw (4 Karten einer Farbe) getroffen habe, habe ich eine 35% Chance, bis zum River meinen Flush zu treffen.
Wenn ich nun weniger als 35% in den Pot einzahlen muss, mache ich automatisch Gewinn (im Schnitt), egal, ob der Flush kommt in diesem Fall kommt oder nicht. Andere Situationen sind weniger offensichtlich, laufen aber auf das gleiche Prinzip heraus. Das Erkennen/Bewerten der Situationen macht dann das Können des Spielers aus.
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